27. Februar 2014

Schnee von gestern

Schnee-von-gestern-quer

Eine wahrscheinlich seltsam anmutende Frage: Werden die Olympiateilnehmer all die Ergebnisse und Ereignisse erst in einem halben oder einem Jahr reflektieren? Erst dann, weil solche Gespräche gerade jetzt eben nicht anstehen?

Und wie viel Zeit verwenden die Athleten darauf, genau das zu analysieren, was schiefgegangen ist? Im Vergleich zu dem, was sie zukünftig besser machen können, eher wenig.

Jetzt gilt es neue Ziele zu setzen, nach vorne zu schauen. „Was will ich zukünftig noch erreichen, wenn ich mich entschließe, in dieser Weltspitze noch dabei sein zu wollen? Was brauche ich? Was kann ich selber tun …?“

Fest terminierte Mitarbeiter-Jahres-Gespräche sind in Unternehmen aber immer noch Standard. In einer Welt, die minütlich tickt, just-in-time, erlaubt sich dieses Instrument einen Dinosaurier-Rhythmus. Keiner hat Lust darauf, aber sie müssen geführt werden. Und auch noch alle hintereinander. „Aber danach ist Gott sei Dank wieder ein Jahr Ruhe.“

Aufgabe einer Führungskraft ist es, in diesen Mitarbeiter-Jahres-Gesprächen „ausführlich“ über die Vergangenheit zu reden. Das umfasst pro Mitarbeiter/Mitarbeiterin einen Zeitraum von etwa 200 Arbeitstagen, in jeweils einer, höchstens zwei Stunden Gespräch komprimiert und genau auf den Punkt gebracht. Solch eine Leistung hätte olympisches Niveau. Ohne überhaupt einen einzigen Tag trainiert zu haben, noch nicht mal hart, nein einfach gar nicht, mit nur einer Wettkampfteilnahme im Jahr, dem Mitarbeitergespräch selbst.

Hand aufs Herz, hat schon mal jemand einen Mitarbeiter oder eine Führungskraft strahlend über den Gang gehen sehen: „Ich freu mich, ich bin glücklich, ich gehe nämlich jetzt zum Mitarbeiterjahresgespräch!“ Warum eigentlich nicht?

Einwand: „Aber man muss doch auf Fehler hinweisen, Schwächen diskutieren und helfen auszugleichen!“ Durchaus, aber nicht nur einmal im Jahr – und sinnvollerweise immer mit Blick auf ein nächstes Ziel.

Schaffen Sie die Mitarbeiter-Jahres-Gespräche, die richtig viel Zeit und Energie kosten, einfach ab!

Ich garantiere, wenn Sie das verkünden, werden Sie einige fröhliche und erleichterte Gesichter auf den Fluren sehen. „Na endlich! Das ist doch mal eine kluge und konsequente Entscheidung!“

Und dann?

„Was dann …“ im Blog am 6. März