20. März 2014

Mental fatal – Lasst doch diese Bilder weg!

Tatort

Ich habe mir abgewöhnt die abendlichen Fernsehnachrichten zu schauen, da mir die plötzlich eingeblendeten Szenen mit blutüberströmten Leichen keine Chance ließen wegzuschauen.

Was harte Realitäten anbelangt, bin ich weder traumatisiert noch sehr empfindlich. Aber ich werde diese Bilder nur schwer wieder los. Sie tun mir nicht gut!

Diejenigen, die sagen, das macht ihnen gar nichts aus, könnten aufgrund einiger wissenschaftlicher Forschungen ins Nachdenken kommen.

Eine schon ältere, amerikanische Studie von Ellen J. Langer beruht auf folgendem Experiment. In Boston wurde ein Hotel so hergerichtet, wie es in den sechziger und siebziger Jahren aussah. Die Möbel von damals, die Ausstattung, das Essen, die damalige Musik. Dort zogen die achtzigjährigen Teilnehmer, die in den Sechzigern und Siebzigern ihre Jugend verbracht haben, für eine Woche ein. Vorher wurden sie medizinisch untersucht, um ihr biologisches Alter festzustellen.

Am Ende des Aufenthalts wurde das biologische Alter erneut bestimmt. Bereits nach dieser kurzen Zeit sind diese Gäste, die sich einfach nur in ihre Jugend zurückgesetzt fühlten, nachweislich körperlich jünger geworden. Das ging so weit, dass sich sogar die Sehkraft und die Beweglichkeit der Gelenke verbesserten.

Stimmt doch zumindest nachdenklich! Und was machen wir dann psychologisch, mental mit uns jeden Abend vor dem Fernseher, wenn dieses amerikanische Experiment solche Auswirkungen hat?

Oder wie fragte meine Mutter vor kurzem: „Warum ist eigentlich auf der ganzen Welt Krieg?“

Weil dir das in den Nachrichten indirekt so vermittelt wird. Weil dort keine Weltkarte eingeblendet wird, auf der die Länder gekennzeichnet sind, in denen Frieden herrscht, die sich gerade für den Frieden entschieden haben. Weil solche Bilder in den Nachrichten nicht gesendet werden.“

Aber es sind doch auch gute Nachrichten dazwischen! – „Stimmt, wenn der FC Bayern München siegt oder der Wetterbericht Sonnenschein voraussagt.“

Eigentlich müsste man ARD und ZDF, weil öffentlich-rechtlich und von uns allen finanziert, dazu verpflichten, dass jeweils einer der zwei Sender nur positive, ermutigende, richtungsweisende Nachrichten bringt. Der andere Sender darf bei dem bleiben, was üblich ist. Und damit es nicht die Quote verhagelt, wird entweder täglich oder wöchentlich gewechselt.

Haben wir nicht ein Recht auf die freie Wahl? Und damit auch auf erfreuliche Tatsachen und Bilder, die uns als Gesellschaft ermutigen, stärken  – und möglicherweise sogar verjüngen?

Ich weiß, ziemlich quere Gedanken! Mental fühlt es sich gut an …

06. März 2014

Feedforward-Gespräche – Da geht´s lang!

Feedforward-quer

Wie wäre es, nachdem ein Unternehmen die üblichen Mitarbeiterjahresgespräche abgeschafft hat, Freiwilligkeit zu einer anderen Art institutionalisierter „Entwicklungsgespräche“ einzuführen?

„Ja, dann führt sie doch keiner!“ Ja sorry, welchen Sinn machen solche Gespräche, wenn sie unfreiwillig, sprich unter Zwang geführt werden?

Erstens Freiwilligkeit einführen, für die, die wirklich ihre Ziele und ihre Leistung reflektieren wollen.

Zweitens die Termine individuell ausmachen, so dass nicht alle in einem bestimmten Zeitraum das Tagesgeschäft lahmlegen, verteilen über das ganze Jahr.

„Naja, wenn das eh keiner will, dann gibt es auch keine Terminengpässe.“

Und drittens Feedforward-Gespräche führen, allerdings abweichend vom dem, wie Marshall Goldsmith sie vorschlägt.

Wozu nach hinten schauen und auf Schwächen hinweisen, die morgen gar nicht mehr relevant sind? Oder doch, aber dann nur im Zusammenhang mit einem neu gesteckten Ziel.

„Herr Y, was sind Ihre Ziele, was möchten Sie bei uns noch erreichen, konkret einbringen, welche Talente bringen Sie diesbezüglich mit?“ Natürlich muss die Führungskraft einwenden können: „Das sehe ich aus der vergangenen Erfahrung anders, konkret nämlich so …. Wie wollen Sie dieses Gap schließen und wie kann ich Sie dabei unterstützen?“

„Und was ist mit all denen, die solch ein Gespräch nicht wünschen? Man muss ja mal was Kritisches sagen können?“ Wenn jemand Anerkennung verdient, sofort aussprechen, dazu braucht es kein terminiertes Gespräch. Und schon gar nicht 12 Monate später. Wenn es um Kritik geht, muss auch die umgehend und konstruktiv erfolgen. Beides ist Führungsaufgabe!

Und wenn die Führungskraft Potential bei jemandem erkennt, der sich nicht für ein Gespräch anmeldet, spricht sie einfach eine Einladung aus. Und zwar so, dass er sie annehmen wird.

„Soweit sind wir im Unternehmen von der Kultur und der Kommunikation aber nicht! Und solche Gespräche können unsere Führungskräfte qualitativ gar nicht führen! Und einige Führungskräfte wollen solch eine Art von Fördergespräch mit ihren Mitarbeiter auch gar nicht!“ 

Dann setzen Sie alles dran, um solch eine Kommunikations- und Feedforward-Kultur zu entwickeln. Denn wo will Ihr Unternehmen hin? Demotivierend zurück oder motivierend in die Zukunft?

Bieten Sie den Führungskräften dazu die unterstützenden Trainings/Coachings an. Signalisieren Sie im Unternehmen, dass das die Kultur ist, die Sie zukünftig wollen. Vor allem beginnen Sie selber Feedforward-Gespräche zu führen.

Und dann hängen Sie ein Schild an die Tür: „Hier findet gerade ein Zukunftsgespräch statt.“