20. November 2014

NEIN!

nein

Wir leben in einer Welt von „später vielleicht“, „mal sehen“ und „weiß noch nicht“.  Wo sind die klaren Entscheidungen? Wie viele „möglicherweise“ hält ein Mensch in Zukunft noch aus, nicht zu wissen, wo man eigentlich dran ist? Und vor allem bringt es niemanden wirklich weiter.

Wenige sprechen ein klares NEIN heute noch aus! Gemeint sind nicht die Sturköpfe, die allein aus Prinzip immer dagegen sind. NEIN! Es geht um das positionierte, ehrlich gemeinte, das Grenzen aufzeigende, das dem anderen eine Chance gebende NEIN, auch von seiner Seite etwas ablehnen zu können.

Es geht um Offenheit und Klarheit, zu dem zu stehen, was man wirklich denkt und was man wirklich will – oder nicht will.

Ja, das NEIN ist durchaus ein gefährliches Wort. Wer NEIN sagt, wird nicht mehr gemocht? Zumindest könnte es so sein. Und fast jeder möchte gemocht werden. Lieber kein NEIN, um nicht die Ablehnung des anderen zu erfahren, aus Angst vor sofortiger Zurückweisung. Da liegt das Risiko.

Aber wie viel Zeit, Energie und Emotionen kostet uns diese Unverbindlichkeit? Das unnötige Dranbleiben, obwohl die Tür längst zu ist, sich aber keiner mehr traut, das Schild „Geschlossen“ aufzuhängen.

Das ständige Abwimmeln, Vertrösten müssen,  derer, die ein bereits getroffenes Nein weiterhin für ein potentielles Ja halten, fühlt sich nicht gut an. Es raubt Kraft, bei denen, die die Tür bereits geschlossen haben und bei denen, die genau das nicht wissen.

Und je mehr Emotionen mit ins Spiel kommen, wie Ungeduld, berechtigter Zweifel,  negativ ablaufende Filme im Kopf, woran es denn liegen könnte, desto teurer wird es.

Jedes klare NEIN spart Energie, die wir woanders besser einsetzen können.

Und wer aus eigener Bedürftigkeit immer seltener bis nie „NEIN“ sagt, entwickelt sich schleichend zum Opfer. Täter setzen Grenzen, die ihnen die meisten nicht wirklich übel nehmen, die sie sogar dafür bewundern – wenn es ohne persönliche Verletzung geschieht.