07. Februar 2018

Koalitionsverhandlungen – bloß nicht mit externer Moderation!

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Da fragt man sich doch, wie das derart unprofessionell ablaufen konnte. Die Regierung könnte längst im Amt sein können. Und man hätte viel Zeit und Geld sparen, ein kleines Stück an Glaubwürdigkeit zurückgewinnen können.

Die Lösung wäre ganz einfach gewesen: Setzt bitte in solchen Fällen einen neutralen, erfahrenen Moderator ein! Externe Moderation ist doch keine Geheimwissenschaft, so dass darauf keiner kommen könnte. Eine Moderatorin, die auch die Langfristperspektive mit einbezogen hätte. Denn worum geht es denn letztendlich? Um Gestaltung einer tragfähigen gemeinsamen Zukunft! Der Fokus hätte deutlich auf Gemeinsamkeiten gelenkt werden können, persönliche Angriffe hätten gut moderiert weniger stattgefunden, es wäre zu mehr wirklich konstruktiver Zusammenarbeit gekommen, statt dem Festhalten an starren Positionen. Und zwar im Sinne des Volkes.

Die Jamaika-Verhandlungen wären so oder so gescheitert. Nur mit einem Moderator viel schneller, mit weniger Drama und Tamtam. 

Und noch etwas verstehe ich nicht: Warum fordern unsere Medien solch eine externe Moderation nicht mal öffentlich ein? Moderation ist doch eigentlich euer Metier. Das ist doch das, wo ihr euch auskennt.

Oder vielleicht doch nicht? Ist euer einziges Ziel nicht inzwischen auch die Konfrontation zu schüren – über die Art eurer Fragestellungen? Bloß keine Lösungen aufkommen lassen, stattdessen auf die eigentlichen festen Standpunkte verweisen, dass die bloß nicht ins Wanken kommen. Und dann den Politikern Wortbruch vorwerfen oder schnell zum nächsten kontroversen Thema überleiten. Konstruktive Berichterstattung, das wäre doch mal was!

Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass eine externe Moderation der Koalitionsverhandlungen den persönlichen Umgang der politischen Vertreter untereinander grundsätzlich verbessert hätte. Dazu braucht es weit mehr. Aber zumindest bliebe uns dann die Peinlichkeit in der Öffentlichkeit – und zwar der weltweiten Öffentlichkeit – erspart, über Monate keine Regierung zustande bringen zu können. 

Sorry, aber wir haben die Faxen dicke! Oder zumindest ich!

Und morgen ist schon wieder all das vergessen, dann haben wir das nächste politische Thema, über das wir uns aufregen können.