14. Oktober 2016

Termine halten mit Planungspoker!

planungspokerWer hält heute noch Terminzusagen bei laufenden Projekte ein? Und wer kennt das nicht, dass auch andere ihre Zusagen nicht einhalten? Egal wie normal das mittlerweile ist, es setzt alle Beteiligten enorm unter Druck. Und wenn wir eins nicht gebrauchen können, ist das noch mehr Druck.

Es scheitert fast immer bereits in der Planung. Die Dauer eines Projektes, einer Teamaufgabe wird Pi mal Daumen viel zu optimistisch angesetzt.

Um der Realität sehr viel näher zu kommen und damit wieder Verlässlichkeit sicherzustellen, den Druck rausnehmen und wirklich planen zu können, hilft eine einfache Methode. Planungspoker aus Scrum, einem agilen Ansatz des Projektmanagements in der Softwareentwicklung.

Ein Projektteam setzt sich an einen Tisch und jeder zieht aus einem Kartenspiel mit den Zahlen 0, 1/2, 2, 3, 5, 8, 13, 20, 40, 100 und einem ? diejenige, die derjenige für den realistischen Zeitaufwand hält. Das kann in Tagen oder in Stunden, für das Gesamtprojekt oder für die einzelnen Teilschritte gelten. Verdeckt natürlich, ohne dass die anderen beeinflusst werden.

Dann werden die Karten offengelegt und die unterschiedlichen Schätzungen diskutiert. Warum weicht die Überlegung von A so weit von B ab? Jeder bezieht sich nur auf seine Schätzung und seine Argumentation, wie er oder sie dazu gekommen ist. Keine Diskussion über andere Schätzungen. Nachdem sich jeder geäußert hat, folgt die zweite „Pokerrunde“. Jeder zieht verdeckt nochmals neu, ändert möglicherweise aufgrund einer überzeugenden Argumentation seine Einschätzung.

Das Ganze basiert auf Gruppenkonsens. Gepokert wird so lange, bis sich alle auf einen Termin, auf den zeitlichen Aufwand für ein Projekt oder den jeweiligen Teilschritt festlegen.

Am Endes eines Projektes oder eines Teilschrittes wird die geschätzte Planung dann reflektiert. Wie gut waren wir mit unserer Einschätzung, was hat nicht gepasst, was müssen wir beim nächsten Mal zeitlich anders kalkulieren?

Es zeigt auch, wer im Team möglicherweise eine besondere Stärke mitbringt, die Realität treffend vorhersagen zu können.

Und wenn es offen und wertschätzend gelebt wird, fördert es Unterstützung untereinander: „Sag mal, du hast für meinen Part nur die Hälfte der Zeit veranschlagt. Wie kommst denn du darauf?“ Denn vielleicht denke ich zu kompliziert, zu aufwendig, vielleicht könnte es viel einfacher gehen?

Und dann fragt ein anderer: „Sag mal, warum hast du für diesen Prozessschritt doppelt so viel Zeit eingeplant wie ich?“ Denn möglicherweise übersehe ich etwas Wichtiges, was auch noch getan werden müsste und sich in meiner Planung anschließend böse rächt.

Pokern klingt nach Abzocke, nach Pokerface. In diesem Zusammenhang bedeutet aber genau das Gegenteil!

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